Transformation als Ziel der Mystik

Transformation als Ziel der Mystik 

Mystik ist in meinem Verständnis immer praktische Mystik, deren Ziel die Erfahrung und die Transformation ist. Dabei muss die Sache an sich nicht immer gleich genannt werden. Manch einer möchte sein mystisches Erleben vielleicht lieber als Esoterik, ein anderer als charismatisches Christentum, wieder einmal als etwas völlig anderes bezeichnen. Doch nur weil wir den Dingen andere Namen geben, muss es sich dabei nicht immer  auch um zwei verschiedene Dinge handeln. Namen sind – auf dieser Ebene – Schall und Rauch. Allein das Faktum zählt. Wittgenstein etwa, sagt dazu in seinem tractatus logico-philosophico: „Die Welt ist alles, was der Fall ist.“ Denkbar wäre auch, dass wir in verschiedenen Zugängen zum großen Geheimnis je einen Teil von uns selbst wiederfinden und so unseren eigenen Weg in einem augenscheinlich fremden und uns unbekannten Weg wiederfinden.

Demzufolge stellen wir uns geistige Weltdeutungssysteme in ihrer Funktion vielleicht am besten wie konzentrische Kreise vor, die einander an gewissen Punkten überschneiden, und so Schnittmengen der Erfahrung und der Lehre bilden, in anderen Punkten aber auch völlig voneinander abweichen können. Diese Kreise der Weltanschauung haben eines Gemeinsam: den Raum in dem sie sich bewegen und auf den sie ihren Bezug haben. Dieser Raum ist die Realität, die Wirklichkeit. An ihr muss jedes spirituelle Weltdeutungssystem seine Wahrheit erweisen.

Erfahrung als Ziel der Mystik 

Das Ziel der Mystik besteht in einem Erlebnis, dass der Mystiker schon recht früh – aber auch sehr spät – auf seinem Weg machen kann. Wir nennen es: die mystische Hochzeit. Sie ist ein überzeitliches Erleben, eine Erfahrung in der Himmel und Erde einander die Hand reichen und sich berühren. Diese Erfahrung der Einheit mit Gott wurde in der religiösen Symbolik unter anderem durch das als „Schild Davids“ bekannte Symbol, das heute als Symbol des jüdischen Glaubens bekannt ist, wiedergegeben. Ist die mystische Hochzeit, oder die Einheitserfahrung aber das Ziel im Sinne des Endes der Mystik? Eine Erfahrung und das war es? Nun selbst die mystische Hochzeit, ist nur ein Teil des Weges den wir in der Erforschung des „großen Geheimnisses“, das unser eigentlicher Antrieb auf dem Weg der Mystik ist, zurücklegen. Ein Moment unseres Lebens, nach dem sich viele sehnen wenn sie ihn einmal erlebt haben. Und gleichzeitig eine spirituelle Vorankündigung dessen, was auf unserem Weg – in Zukunft – noch auf seine endgültige Erfüllung mit uns wartet. Insofern ist das Ziel der Mystik kein anderes, als die Erfahrung und das Erleben der Dimension der Ewigkeit. Und das je und je neu, je und je einzigartig und je und je unerwartet, Grenzen überwindend, und tiefen, heiligen Frieden schaffend. Erst wo die mystische Hochzeit in die Unio Mystica – die fortwährende Vereinigung mit dem Urgrund – transformiert wird, wäre etwas wie ein Ende der Mystik erreicht.Jedoch haben nur ganz wenige, wahre Meister einen ähnlichen Zustand erreicht – und ihn als „Einheit mit Gott“ oder „Erleuchtung“ bezeichnet und weitergegeben. Und es wäre vermessen, sich am Anfang seines Weges bereits mit den wenigen wahren mystischen Meistern der Menschheitsgeschichte messen zu wollen. Die Meisterschaft ist fern – wir üben uns aber täglich darin, sie zu erreichen.

Es ist ganz wie eine alte Weisheit es lehrt: Auch die längste Pilgerschaft, beginnt mit ihrem ersten Schritt. Wenn wir uns also aufmachen um unser geistiges Ziel zu erreichen, so tun wir es einfach ganz und gar so, als würden wir uns zum ersten Mal auf die Reise machen. Und blicken wir so mit den Augen des Anfangenden, und des Forschenden auf die mannigfaltigen Überraschungen und Wunder, die unterwegs auf uns warten. Denn die großen Mysterien, die es wert sind erforscht zu werden, erschließt das Leben dem der sich danach sehnt und ernsthaft danach strebt in kleinen Schritten 😉 Unser Teil daran besteht im Forschen und Suchen nach den Zugängen zu diesen große Wahrheiten und Mysterien. Etwa indem wir Texte und Lehren von Lehrern des mystischen Weges studieren und ernsthaft danach trachten diese Lehrstücke in unser eigenes Leben zu transferieren.

Ich freue mich, wenn wir einen Teil des Weges gemeinsam zurücklegen können. In diesem Sinne also, lade ich auch dich herzlich dazu ein, einen Teil des Weges gemeinsam mit uns, gemeinsam mit mir und gemeinsam mit meinem EBook „30 Tage mystisches Erleben“ zurückzulegen. Ich bin gewiss, dass es auf jeden Fall spannend werden wird. Und vielleicht ist das ja das Ziel, um das es im Augenblick gerade geht. Wer weiß?

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